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Faire Mode – Revolution im Kleiderschrank

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Im Zuge meiner Umstellung auf eine minimalistische Garderobe und damit auf einen nachhaltigeren Lebensstil, kam ich irgendwann an den Punkt an dem ich mich fragte: Wer macht die Kleidung die ich am Körper trage? Wo werden die Jeans, Shirts und Jacken hergestellt, die ich früher wie automatisch, je nach Saison, beliebig ausgetauscht habe ohne groß darüber nachzudenken? Ist faire Mode eine wirkliche Alternative zum täglichen Konsumwahn oder doch nur ein Hippietraum ohne wirklichen Chic?

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Es kristallisiert sich für mich mehr und mehr heraus, dass, je weniger Teile ich allgemein und vor allem im Kleiderschrank besitze, desto freier fühle ich mich. Mit der Reduktion der zur Auswahl stehenden Kleidungsstücke, ging für mich außerdem eine Hinwendung zur Qualität und Langlebigkeit einher. Wenn schon wenig Auswahl, dann auf jeden Fall nur solche Teile, die alles mitmachen und auch untereinander gut kombinierbar sind. Vor allem hochwertige Basics sind hierbei unabdingbar, daher liebe ich es z.B. in Second Hand Shops zu stöbern! Bei Neukäufen überlege ich mir 3 mal, ob ich wirklich noch eine Bluse, ein Paar Schuhe usw. brauche und sortiere für jedes Teil, das dazu kommt, ein oder mehrere alte aus. In der Regel gilt: Alles was du seit 1 Jahr nicht getragen hast, wirst du auch nicht mehr tragen! ALSO WEG DAMIT!

Faire Mode

war daher für mich die naheliegenste Schlussfolgerung! Ich besitze inzwischen fast nur noch Lieblingsteile – wie entspannend – die Kleiderwahl dauert morgens ca. 7 Sekunden.

Second Hand Shops sind wahre Fundgruben

Wenn etwas dort landet, hat es meist schon ein paar Wäschen hinter sich und ist oft noch wirklich gut erhalten – eine Eigenschaft, die man bei Kleidung von Primark, H&M und Co. heutzutage vergeblich sucht. Da Kleidung immer günstiger produziert und jede Saison neu verfügbar sein muss, leidet nicht nur die Qualität, sondern auch Menschen und Umwelt. Der unfassbare Überfluss und die Gier nach immer neuen Produkten schaden unserem Planeten und fördern die Ausbeutung hilfloser Menschen in unvorstellbarer Existenznot. Daher ist es nicht nur gut für den eigenen Geldbeutel, öfter mal Sachen zu recyclen, sondern es ist auch ein aktiver Schritt hin zu einer gerechteren Welt.


Einen kurzen aber intensiven Einblick in den Alltag der Bekleidungsindustrie bietet dieses kurze Feature der ARD über die Doku The true cost


 

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Weitere Informationen zu H&M gibt es z.B. hier und auch über Primark gibt es einige Dokumentationen die deutlich zeigen, wie die Kleidung tatsächlich hergestellt wird und wie es den Arbeiterinnen in Bangladesh und anderen Produktionsländern geht. Wie so oft, wird auch bei der Thematik “billige Mode” auf die Politik geschimpft und somit die Verantwortung für das eigene Handeln abgegeben. Leider ist es allerdings so, dass wie bei so vielen Sachen, der eigene Konsum maßgeblich das Angebot bestimmt. Das, was wir heute kaufen, entscheidet darüber was es morgen geben wird – und mal ganz ehrlich, wer glaubt ein T-Shirt für 3 € könnte tatsächlich unter fairen Bedigungen gemacht worden sein, glaubt auch an den Weihnachtsmann (Tut mir leid, wenn bei einigen nun das gesamte Weltbild zusammenbricht :D). Kleidung als täglicher Konsumgegenstand ist eine recht neue Entwicklung, die auf Dauer nicht haltbar ist und uns zum Verhängnis werden kann. Nun aber erstmal genug gemeckert, es gibt ja inzwischen bereits zahlreiche Labels, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, bezahl- und tragbare Mode anzubieten, die ethisch vertretbar produziert wird und sich gut anfühlt.

Faire Mode wird salonfähig

Da ich inzwischen neben Second Hand Kleidung auch wieder einige neue Sachen in meine Garderobe aufnehmen wollt, war mir klar: ich werde so viel wie möglich auf fair gehandelte und vegane Produkte zurückgreifen und dafür auch gerne mehr bezahlen. Die diesjährige 1. Ethical Fashion Show in Berlin beweist, dass das Thema EcoFashion in der Modewelt angekommen ist und zeigt, dass Qualität, nachhaltige Produktion und Design sich schon lange nicht mehr ausschließen. Junge deutsche Labels wie Lovjoi, Recolution, Bleed & Thokk Thokk und ganze Shops wie Fairtragen, Grundstoff  und Muso Koroni sind  Pioniere eines neuen Konsumverständnisses und haben es sich zur Aufgabe gemacht, hochwertige und tragbare faire Mode als echte Alternative zum billigen Konsumwahn zu etablieren. Dies hier ist natürlich nur eine Auswahl an Labels und Shops – wenn du mehr zu den Themen vegane und faire Mode, grünen Materialien und gerechteren Arbeitsbedigungen wissen willst, solltest du auf jeden Fall mal bei der lieben Maddie von DariaDaria, bei Justine von Justinekeptcalmandwentvegan und im Shop von Madhavi von Kaerlighed vorbeischauen. Drei großartige Mädels auf nachhaltiger Mission <3 und nicht nur in Sachen Mode absoult lesenswert!

Ausgewählte Materialien und geschmackvolles Design

Bio Baumwolle, Hanf, Leinen und recycletes Polyester sind die vorherrschenden Werkstoffe in der nachhaltigen Textilproduktion, mit denen ein Statement gegen Umweltverschmutzung und Ausbeutung & für nachwachsende bzw. wiederverwendbare Rohstoffe gesetzt wird.

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Noch mehr faire Mode über Muso-Koroni.com

Mir ist bewusst, dass es gar nicht so einfach ist, von heute auf morgen alle Bereiche des Lebens umzukrempeln und auch ich bin seit Jahren dabei mein Leben, so gut es mir eben möglich ist, nach ethisch- moralischen Grundsätzen auszurichten und auch mir gelingt das bei weitem nicht immer. Dennoch möchte ich noch mal in aller Deutlichkeit darauf hinweisen, dass gerade im Textilbereich, mit Ausnahme vielleicht von Unterwäsche und Socken, die Entscheidung für ordentlich produzierte Produkte immer leichter fällt. Wenn dein Geldbeutel bei den Preisen für faire Mode schlicht und einfach streikt, empfehle ich dir, wie bereits erwähnt, einen ausgiebigen Streifzug durch die SeconHand Läden in deiner Umgebung, oder den Besuch einer der folgenden Kleidertauschbörsen: Kleiderkreisel.de und momox.de oder einfach mal den Besuch einer echten Kleidertauschparty in deiner Nähe!


Die Photos sind gemeinsam mit Solveig von Vegan Attitude vor ein paar Wochen in Berlin entstanden. Das dazu gehörige Video ist jetzt online, ihr könnt es euch also auf meinem YouTubeKanal anschauen.

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Categories: Allgemein

Author: Sophia

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Ich bin Sophia und hier auf rawberryvegan zeige ich dir, wie du ganz einfach zu einer gesünderen Lebensweise kommst!
Bei mir findest du Artikel, Videos und Rezepte rund um die vegane und rohe Ernährung und außerdem Tipps und Anleitungen für Yoga, Meditation und ein positives Mindset!
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12 comments

  1. Anni sagt:

    ich finde, vegane und faire Mode haben immer noch einen langweiligen Ruf… Das ist echt schade, da es ja mittlerweile super tolle, junge Labels gibt, die sich mit der Thematik beschäftigen. Finde ich sehr schön, dass du einen Blogpost über das Thema verfasst hast!
    Liebe Grüße, Anni

  2. Sehr guter Artikel. Bei mir war das ein Prozess. Erst alle nicht veganen Dinge auftragen bzw. weggeben, dann nur noch vegane Dinge kaufen und jetzt bin ich erst in der Phase, dass mein Anspruch auch fair trade (+ nachhaltig) ist. Im Nachhinein ärgere ich mich immer, weil es vorher so inkonsequent war. Es ist aber auch irgendwie total schön, dass sich die eigenen Ansprüche und Ziele immer weiterentwickeln.

    Genug Alternativen gibt es mittlerweile wirklich!

    Mit besten Grüßen
    Johannes

  3. […] erreichte uns ein Beitrag des RAWBERRYVEGAN Blogs von Sophia in Kooperation mit  der zukünftigen VEGANATTITUDE Bloggerin Solveig. Als fast […]

  4. SaoiAebi sagt:

    Hallo Sophia
    Schön, dass du dich einsetzt für faire und nachhaltige Mode! :-)
    Bezüglich Schuhe könnte ich sonst auch noch Ethletic (habe sogar selber mal einen Blog-Beitrag darüber geschrieben: http://saoiaebi.weebly.com/the-world-of/fuck-converse) oder Veja empfehlen.
    Und was Online-Shops anbelangt, gefällt mir Armedangels und Greenality ganz gut.
    So als kleine Ergänzung zu deinem Text. :-)
    Lieber Gruss

  5. Ein Artikel, der den Nerv der Zeit trifft und zum Handeln anregt. Ich kann dazu die aktuelle Sonderausstellung im Deutschen Hygiene-Museum in Dresden empfehlen. Sie heißt “Fast Fashion. Die Schattenseiten der Mode” und zeigt die Ausbeutung von Menschen, Tieren und Umwelt nur damit wir ständig unsere komplette Garderobe wechseln. Zufällig habe ich bei einem Dresden-Besuch von einer Verkäuferin in einem Outdoor-Laden davon gehört und war gleich interessiert. Schockierend, wie es in der Bekleidungsindustrie weltweit zugeht. Achtung: wer sich mit dem Thema beschäftigt, kann ggf. nicht anders handeln, als sein Einkaufsverhalten zu überdenken.

  6. […] aber dazu später mehr. Auf meinem Blog und YoutubeKanal feiere ich außerdem den Einzug der fairen und veganen Mode und des Minimalismus – außerdem kam ich beim Keimling Food Blog Award in die Top 15! […]

  7. Sara sagt:

    Geht es dir momentan nicht so gut? Du siehst nicht gut aus!

  8. Hallo liebe Sophia,
    ein schöner und wichtiger Beitrag!
    Obwohl ich vor allem auch über Fair Fashion schreibe muss ich sagen, dass der Punkt mit den Second Hand Läden bei mir auch am öftesten zutrifft :) Dort findet man so tolle Stoffe, von denen man weiß, dass sie schon mindestens ein Kleiderschrank-Leben hinter sich haben, und sicher noch ein weiteres durchhalten… yeah!

    Wenn du auf Fair Fashion Inspiration bist, schau doch auch gern mal bei mir und Esther vorbei. Wir schreiben seit inzwischen zwei Jahren ausführlich darüber, und seit wir uns selbst so richtig auf die Suche nach tollen Labels gemacht haben, gibt es sie plötzlich wie sand am Meer. <3

    Lieben Gruß aus Hamburg! Anna

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