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Bin ich radikal genug?

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Bin ich radikal genug?

Manchmal gibt es Videos und Texte bei denen ich Bedenken habe sie online zu stellen, weil ich der Meinung bin, dass sie anecken und negative Reaktionen hervorrufen können. Dieser Blogartikel ist einer davon. Seitdem ich diesen Blog vor ungefähr einem Jahr gestartet habe, versuche ich immer wieder zu definieren, was eigentlich mein langfristiges Ziel ist. Viele Menschen sagen mir, dass sie meine undogmatische und unkonventionelle Sicht auf die pflanzliche Ernährung schätzen und es als angenehm empfinden, dass ich nicht die “Moralkeule” schwinge. Einerseits schmeichelt es mir zu hören, dass es Menschen gibt die mein Projekt gut finden und auf der anderen Seite kommen mir manchmal Zweifel, ob meine Message radikal genug ist.

Denn hinter den ganzen gesunden SuperFoods und dem positiven Hippiegequatsche, war meine ursprüngliche Motivation mich vegan zu ernähren, der Tierschutz. Als ich 2010 das Buch Skinny Bitch gelesen hatte, wurde mir sehr schnell bewusst, dass der ledigliche Verzicht auf Fleisch nicht ausreichte, um meinem alten und neuen Ziel – der Rettung der Tiere – Ausdruck zu verleihen. Milch, Milchprodukte wie Käse, Sahne und Quark sind ebenso wie Eier, Gelatine, Leder, Daunen, und Pelz Nebenprodukte der Massentierhaltung und damit ein Symptom der Versklavung und Ausbeutung unzähliger, empfindungsfähiger Lebewesen. Von den katastrophalen Auswirkungen auf das globale Klima, den Pflanzenbestand und den Zustand unserer Meere, brauche ich gar nicht erst reden. Oder vielleicht doch?

Warum essen wir noch Tiere?

Jeden Tag verschwinden endlose m² Regenwald, damit auf dem gerodeten Land Tiere gehalten werden können, die zu unserem Vergnügen getötet werden. “Zu unserem Vergnügen? Jetzt gehst du aber wirklich zuweit”. Mitnichten, wie ich finde! Wir leben in einer solchen Überflussgesellschaft, dass wir heutzutage tatsächlich die Wahl darüber treffen können, was wir essen. Es gibt aus medizinischer Sicht keinen annehmbaren Grund mehr, sich nicht langfristig (und gut geplant) rein pflanzlich zu ernähren.

„Gut geplante vegane und andere Formen der vegetarischen Ernährung sind für alle Phasen des Lebenszyklus geeignet, einschließlich Schwangerschaft, Stillzeit, frühe und spätere Kindheit und Adoleszenz. Vegetarische Ernährungsformen bieten eine Reihe von Vorteilen.“(Quelle)

Der dramatische Einfluss von tierischen Produkten auf das Herz-Kreislaufsystem ist nahezu jedem bekannt und die Auswahl an veganen Fleischalternativen ist kaum mehr überschaubar. Warum dann doch zum Schnitzel greifen? An dieser Stelle ist die Frage denke ich bereits eher rhetorischer Natur, aber ich sage es dennoch einmal in aller Deutlichkeit : Es geschieht aus reinem Vergnügen und Lust am Geschmack. Vielfach natürlich auch aus Unwissenheit über Fakten, oft aber auch den Fakten zum Trotz. Neue Gammelfleischskandale und Berichte über die Zustände in Schlachthäusern (auch über die Arbeitsbedingungen der Arbeiter*innen) tauchen immer mal wieder, aber inzwischen in verlässlicher Häufigkeit auf und es sickert auch langsam aber sicher durch, dass unser aller Konsumverhalten in diesen Ausmaßen nicht weiter tragbar ist.

Wunschdenken?

Auch wenn auf meinen Seiten alles immer sehr bunt und einladend aussieht, will ich heute trotzdem mal wieder darauf aufmerksam machen, dass es Lebewesen auf diesem Planeten gibt, die aufgrund unseres westlichen Lebensstils unvorstellbares Leid ertragen, Tiere wie Menschen. Nicht nur muss es eine absolute Qual sein, in einem Schlachthof zu arbeiten und dort tagtäglich mitzuerleben, wie fühlende, unschuldige Lebewesen aufgeschnitten und mundgerecht portioniert werden –  Billigfleisch, Landrodung und die globale Nahrungsmittelindustrie sorgen zudem dafür, dass in den Ländern des globalen Südens Hunger, Armut und Krankheit exponentiell ansteigen.

Genug gemeckert

Ich meckere eigentlich ungerne, aber die Ignoranz mancher Menschen kann einem oft zusetzen. Ja, ich weiß, dass ich auch nicht als Veganerin geboren bin und ja ich weiß auch, dass man immer nur das vorleben kann, was man sich wünscht. Ich weiß auch, dass jeder Schritt zählt und ermutige jede*n kleine Schritte zu gehen, aber eben auch nicht stehen zu bleiben und sich auszuruhen. Der Artikel geht daher vor allem an die Menschen, die eigentlich schon über alle Informationen verfügen, aber dennoch nicht handeln. Unrecht verschwindet leider nicht vom Reden, sondern nur vom Tun und deshalb werde ich meine Reichweite nun öfter mal dafür nutzen, mehr von diesen Informationen zu verbreiten und ihnen damit Gewicht zu verleihen. Immer mehr Menschen kommen zur pflanzlichen Ernährung und letztlich sind die dahinterliegenden Gründe unerheblich, denn den Tieren ist es scheißegal warum sie NICHT gegessen werden. Ich bin auch weiterhin eine Verfechterin des offenen Dialogs und immer gerne bereit zu diskutieren, doch in diesem Fall ist es offensichtlich, dass wir als Menschheit zu schnell und zu kopflos in eine Richtung rennen, die für uns und alle nach uns kommenden Generationen zu fatale Folgen hat, als dass sie für uns aussprechbar wären.

Für weiterführende Infos kann ich euch diese Bücher empfehlen und vor allem auf diese wundervollen Menschen Freelee, der Artgenosse und TeilzeitNerd verweisen.

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Quelle: www.berioo.com

Nach diesem doch ganz schön lang gewordenen Rant von mir, muss ich erstmal auf die Yogamatte und danach gibt’s n Smoothie ! Ich freue mich auf eure Kommentare und Feedback zu meiner Seite! Wenn ihr Fragen oder Anregungen habt, schreibt mir unter hello@rawberryvegan.de und folgt mir natürlich hier, hier, hier und auf Snapchat. :)

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Categories: Allgemein

Author: Sophia

Hi!
Ich bin Sophia und hier auf rawberryvegan zeige ich dir, wie du ganz einfach zu einer gesünderen Lebensweise kommst!
Bei mir findest du Artikel, Videos und Rezepte rund um die vegane und rohe Ernährung und außerdem Tipps und Anleitungen für Yoga, Meditation und ein positives Mindset!
Wenn du mehr über mich erfahren willst, schau mal auf der About-Seite nach!

12 comments

  1. Ben sagt:

    Hey there,

    danke für die Erinnerung und den Denk-Anstupser.

    Ich vergesse manchmal ziemlich schnell, welche Kette noch vor den Tieren kommt…

    Saludos,

    Ben

  2. Pia sagt:

    Ich mag alle deine Artikel, aber dieser ist einer der besten, die du bisher veröffentlicht hast. Ich teile deine Gedanken und Wünsche zu 100% und finde, dass du schon unglaublich viel für uns, die Welt und die Tiere getan hast<3

  3. maren sagt:

    …. weil ich acai bisher noch nie probiert habe. würde mich voll freuen!

  4. Anna sagt:

    ein super duper guter beitrag! weiter so! :)
    acai möchte ich unbedingt mal kosten bzw. in meine smoothies mit einfließen lassen 😉

  5. Antonia sagt:

    Hallo Sophia,

    Ich finde es toll, wie du deinen Standpunkt auf den Punkt bringst. Ich habe neulich selbst einen kleinen Vortrag über Veganismus gehalten und hab das lange nicht so gut geschafft 😉 Lass dich nicht von deinen Prinzipien abbringen!
    Die Smoothies würde ich gerne gewinnen, weil ich Acai noch nie probiert habe und total scharf drauf bin :)

  6. Nancy sagt:

    Word. Werde meine koloknium über das Thema veganismus halten. Ich hoffe es wird daraus keine hitzige Diskussion, geschweige denn eine schlechte Note entstehen 😀
    Freue mich schon auf morgen & den neuen Artikel :)

    Xoxo

  7. Lina sagt:

    Acai habe ich noch nie probiert und würde es so gern mal testen.
    Smoohies sind außerdem super praktisch für unterwegs.:)

  8. Sarah sagt:

    Ich finde es super, dass du deine Reichweite nutzt um auch solche Infos zu verbreiten :) Ich freue mich schon auf weitere Beiträge dieser Art :)

  9. Eva sagt:

    Von Acai habe ich bisher viel gehört, habs aber noch nie probiert. Vielleicht ändert sich das ja ganz bald. Das wäre toll. :-)

  10. […] auf eine pflanzliche Ernährung und die damit verbundene Auseinandersetzung mit Umweltschutz- und Globalisierungsthemen kam ich nicht umhin mich zu fragen, was man noch alles tun kann, um den ökologischen Fußabdruck […]

  11. […] mehr, sich nicht langfristig (und gut geplant) rein pflanzlich zu ernähren, wie ich bereits in diesem Artikel erwähnte. Wenn es eine einzige Sache gibt, die die Folgen von Klimawandel, Umweltzerstörung, […]

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